Das motorischen Fähigkeiten wie Flexibilität, Kraft, Schnelligkeit und

Das
Kniegelenk – die gelenkige Verbindung zwischen Schienbeinknochen (Tibia) und
Oberschenkelknochen (Femur) sowie zwischen Femur und Kniescheibe (Patella),
deren Stabilität durch Menisken, Muskeln, Gelenkkapsel und Bändern
gewährleistet ist – hat als seinen wichtigsten Stabilitätspfeiler die
Kreuzbänder. Diese koordinieren die Roll-Gleit-Bewegung, sie limitieren die
Translation der Tibia, die Hemmung der Innenrotation als auch die Stabilisation
in der Sagittalebene (sekundär, auch in der Frontalebene, wenn die
Kollateralbänder nicht intakt sind). Sind diese nicht mehr intakt, können die
einwirkenden Kräfte nicht mehr muskulär kompensiert werden und es entsteht ein
Instabilitätsgefühl (Giving-way-Phänomen – Weggleiten/Wegknicken des
Kniegelenks). Dieses Szenario wirkt sich negativ auf die physiologische
Haltungs- und Bewegungsqualität des gesamten Körpers aus (Hüter-Becker et al.,
2005). Die Nachbehandlung einer operativ versorgten vorderen Kreuzbandruptur
(VKB) umfasst neben der  Verbesserung der
Koordination die restlichen motorischen Fähigkeiten wie Flexibilität, Kraft,
Schnelligkeit und Ausdauer. Das Kraftdefizit des M. quadriceps femoris beträgt
selbst nach sechs Monaten immer noch 20% im Seitenvergleich (Palmieri-Smith et
al, 2008). Aufgrund der verminderten Kraftfähigkeit der gelenkumspannenden Muskulatur
wird die zu schützende Struktur des vorderen Kreuzbandes überbeansprucht (Hüter-Becker et al., 2005). Zusätzlich kann eine unzureichende
Muskelkraft des M. quadriceps femoris zu verfrühter Arthrose führen (Palmieri-Smith
et al., 2008). Auch um die Gefahr eines Rezidivs zu minimieren, empfiehlt es
sich, unter anderem auch nach einem bereits verheilten Kreuzbandriss,
schnellstmöglich mit Kraft- und Koordinationsübungen zu beginnen. Dies
verdeutlicht die enorme Wichtigkeit eines effizienten Kraftaufbaus,
insbesondere der Knieextensoren, nach VKB-Ruptur (Cardone et al., 2004) und
stellt somit einen zentralen Aspekt in der Nachbehandlung einer VKB-Plastik dar.
Der Trainingsaufbau innerhalb der Rehabilitation kann auf unterschiedlichste
Weise und durch unterschiedlichste Methoden erfolgen. Es gibt herkömmliches
Training, d.h. Training in offener und/oder geschlossener kinetischer Kette
(Bizzini et al., 2000) und Zusatzmaßnahmen wie Elektromuskuläre Stimulation
(EMS) und Propriozeptives (Vibrations-) Training. Meine Arbeit soll nun
herausfinden, ob sie untereinander gleichwertig, unter- oder überlegen sind.